Sokotra – Die Insel des Glücks

Sokotra ist die größte eines aus vier kleinen Inseln bestehenden Archipels. Die im Indischen Ozean etwa 500 km süd-östlich von Al Mukalla und 240 km von der Küste Somalias ent- fernte Insel ist etwa 130 km lang und 40 km breit. Der Name, so eine Vermutung, könnte vom Arabischen „Suqs Quatra“ abgeleitet sein und „Markt der Drachenblutbäume“ be- deuten – ein Hinweis auf die Baumart, für die Sokotra weltberühmt ist

Sokotra ist 3.650 Quadratkilometer groß und hat zwischen 20.000 bis 50.000 Einwohner, die neben arabisch noch einen auf das die himyaritische Sprache zurückgehenden Dialekt sprechen. Der Hauptort ist Hadibu. Während sich im Küstenbereich eine gemischtrassige Bevölkerung aus Arabern, Indern, Afrikanern und Portugiesen niedergelassen hat und als Fischer, Bauern, Hand- werker und Händler arbeitet, ist die Bergregion von einer Urbevölkerung besiedelt, deren Sprache auf eine alte südarabische Sprache zurückgeht.

Sokotra verfügt über eine weltweit einmalige Flora und Fauna. Alleine 150 der über 750 Pflan- zensorten Sokotras gelten als einmalig und nur auf dieser Insel zu finden. Alleine sieben ver- schiedene Weihrauchbaum-Arten (Ladanum) finden sich auf Sokotra. Gelegentlich wird die Insel wegen ihres außergewöhnlichen und weltweit einmaligen Pflanzenreichtums auch als das Galapagos der Arabischen Halbinsel genannt.

Die Küstengebiete sind trocken und die Vegetation spärlich ist, dagegen ist das Landesinnere hügelig und mit Weihrauch- und bizarren bizarren Flaschenbäumen bewachsen. Die berühmten Drachenblutbäume (Dracaena cinnbari), auch Dam Al Achkawain-Baum (Blut der zwei Brüder) genannt, sind auf der ganzen Insel anzutreffen. Der Name des Baums, so eine Legende, geht auf die Bluttat von Kain und Abel zurück. Eine andere Sage fußt auf dem Kampf eines Drachens mit einem Elefanten. Aus dem Blut der beiden getöteten Tiere entstand der Baum. Die Einhei- mischen sprechen vom „Arhaib“. Aus der Rinde des Baumes, der bis zu zwölf Metern hoch werden kann, fließt durchsichtiges, rötlich-braunes Harz, das früher sehr begehrt war. Das „Drachenblut“ wird in der traditionellen Medizin und als Farbstoff z.B. für Marmor, Leder und Holz eingesetzt.

 

In der Fauna sind die ziegelroten Krabben die weltweit einzigen Süßwasserkrabben. Eine Besonderheit sind außerdem die „Schaum- oder Zibetkatzen“. Von den in Palmenwäldern lebenden Tieren wird ein Duftstoff gewonnen, der für die Parfümherstellung verwendet wird. Dabei werden die Tiere kurzzeitig gefangen genommen, um aus ihren Drüsen ein das Sekret heraus zu drücken. Danach werden die Tiere wieder freigelassen.

Die Insel gilt als eines der Vogelparadiese im Nahen Osten. Von den über 100 Vogelsorten gelten sieben Sorten als einzigartig. Entlang der Küste leben Delphine und Wale.

Durch seine exponierte Lage am südlichen Eingang zum Roten Meer und seines Süßwasser- eichtums, kam Sokotra in der Antike eine große Bedeutung zu. Zu Zeiten Abrahams kamen Händler aus Ägypten, Afrika, Indien und Arabien auf die Insel. Bei den alten Ägyptern galt Sokotra als die Insel der Götter, mit dem Harz der heiligen Bäume wurden die Mumien ein- balsamiert. Die Griechen wiederum nannten die Insel „Discordia“.

Das hadramische Königreich wickelte über Qana, das heutige Bir Ali seinen Handel ab. „Der Apostel Paulus soll im 1. Jahrhundert n. Chr. auf Sokotra eine christliche Gemeinde gegründet haben. 524, so ein Reisender, unterstand Sokotra dem Nestor Katholikus von Babylonien. Ein Bischof von Sokotra leitete im Jahr 900 von Sokotra aus die Missionierung des Jemen. Als Marco Polo Ende des 13. Jahrhunderts auf dem Weg nach China auf Sokotra Station machte, waren diesen Kirchen noch vorhanden. 1507 wurde ein portugiesischer Stützpunkt in der Ortschaft Suk im Nordosten der Insel eingerichtet. Nach dem Abzug der Portugiesen herrschte der Sultan von Mahra und Sokotra über die Insel. In den Jahren 1876 bis 1967 stand Sokotra unter britischer Verwaltung. 1956 unternahm die Universität Oxford erste Grabungen auf Sokotra. In Suk wurden Reste der christlichen Kirche aus dem Jahr 1507 gefunden (aus „Jemen“ Petra Brixel).

Sokotra, die größte Insel des rund 250 km vom Horn von Afrika entfernten Archipels ist rund 130 km lang und 40 km breit. Die Insel ist starken Monsunen ausgesetzt und war bis vor wenigen Jahren sehr schwer zu erreichen erreichen, da nur in den monsunfreien Monaten zwischen Oktober bis April ein sicherer Zugang per Schiff möglich war. Mit der Eröffnung des Flughafens bei der Hauptstadt Habibu vor einigen Jahren ist ein besserer Zugang nach Sokotra möglich (zwei Flüge pro Woche!). Die Insel, ein Paradies für alle Naturliebhaber mit einem weltweit einzigartigen Reichtum an teilweise endemischen Pflanzen und Tieren, hat sich zum Ziel gesetzt, einen nachhaltigen, dem Ökosystem angepassten Tourismus zu entwickeln. Sokotra gilt, laut World Conservation Center, hinsichtlich seiner endemischen Pflanzenwelt als eines der zehn reichsten geographischen Gebiete weltweit.

Durch die isolierte Lage konnte sich auf Sokotra eine Pflanzenwelt erhalten, die auf dem afri- kanischen oder arabischen Kontinent längst ausgestorben ist. Auch viele Traditionen und spezielle Bräuche sowie das Mahri, ein Dialekt einer alten südarabischen Sprache sind noch lebendig. Sowohl historisch, ethnologisch als auch ökologisch und geographisch ist Sokotra eine Insel, die sehr viel zu entdecken und zu bieten hat.

Die Sokotris, die Angaben über die Bevölkerungsgröße schwanken zwischen 20.000 bis 50.000 Einwohnern, leben vom Fischfang, vom Perlentauchen, von der Viehzucht und vom Handel. Die Infrastruktur auf Sokotra ist bescheiden. In Hadibu gibt es einige Funduks (einfache Hotels) und Restaurants, außerhalb der Hauptstadt stehen entweder einfache Guesthouses oder Zelte zur Verfügung. Die Straßen sind größtenteils Pisten und nur mit dem Landcruiser befahrbar.   

 

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