Jemen-Reise, Irene und Hans Ebermann (November 2000)
Schon
lange hegten wir den Wunsch, einmal den Zauber des Orients kennen
zulernen und auf den Spuren der Weihrauchstraße zu reisen. Der
Jemen kann wohl am ehesten einen Eindruck ursprünglicher orientalischer
Kultur und Landschaft vermitteln; eine Reise dorthin ist jedoch nicht
gerade billig und es begann eine Suche nach einem Veranstalter, der
ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis bietet und unserer
Art zu reisen, entgegen kommt. Darunter verstehen wir vor allem
__Reisen abseits der üblichen Touristenströme
__Kleine Gruppe
__Wirklich Zeit für die wichtigen Sehenswürdigkeiten des
Landes
__Kennen lernen der einheimischen Lebensweisen
__Verpflegung und Unterbringung in landesüblichen Häusern
Wir wurden von Frau Dieterle auf die C-B-R München eingeladen
und lernten dort Herrn Al-Sharei kennen, Leiter eines Reisebüros
und Tourenveranstalter in Sana'a. Es war unsere erste Begegnung mit
einem Jemeniten. Er erzählte äußerst spannend von
den Reisen zu den Reizen des Jemen und löste letzte Zweifel hinsichtlich
möglicher Gefahren in Luft auf. Uns gefiel der Gedanke, uns von
der Person informieren zu lassen und mit der Person zu planen, die
uns auch im Jemen durch das Land führen würde. Diese Kombination
konnte eigentlich kein Reinfall werden; so schloss sich ein privates
Treffen an, während dem wir gemeinsam unser individuelles Reisprogramm
ausarbeiteten. Wir waren überzeugt, die richtige Wahl getroffen
zu haben und buchten die Reise also bei AL-SHAREI.
Diese Entscheidung haben wir zu keinem Zeitpunkt bereut. Während
des Aufenthalts ergaben sich immer wieder Situationen, die zeigten,
dass wir sehr gut aufgehoben waren und eine Reihe von Erlebnissen
bei einer Gruppenreise überhaupt nicht gehabt hätten:
__Wir hatten einen Fahrer und einen Führer für uns. Wer
erst im Jemen Touren bucht, bekommt i.d.R. nur einen
Fahrer, der nicht unbedingt Englisch spricht. Es ist nicht billiger,
die Touren erst in Sana'a zu buchen.
__Größere Gruppen erhalten neben dem Reiseleiter einen
Führer zugeteilt, der aber nicht Jemenit sein muss, sondern
auch somalischer oder äthiopischer "Gastarbeiter" sein
kann und die Kultur des Landes gar nicht kennt
und daher auch nicht viel vermitteln kann. Wir waren zu viert im Auto.
Andere Gruppen fahren mit 5-6 Personen und
Gepäck in einem Auto. Wir konnten Pausen machen so lange und
so oft wir wollten und auch länger an
einem Ort verweilen.
__Wir hatten drei Camping-Übernachtungen und konnten so einige
besonders interessante Reiseabschnitte (Rotes
Meer, Wüste, Wadi Dhar) ausgiebig genießen. Herr Al-Sharei
kochte hervorragend arabisch und italienisch,
die Campingabende unter dem leuchtend klaren Firmament waren unvergesslich
und gemütlich. Ein Erlebnis die lange
Wanderung zu den Weihrauchbäumen und die Ernte.
__Unsere Unterbringung war hervorragend. Wunderschönes Altstadthotel
in Sana'a, saubere Funduks auf dem Lande,
ein Traumhotel im Wadi Hadramaout.
Herr Al-Sharei kümmerte sich stets rührend um uns. Er legte
immer Wert darauf, uns umfassend zu informieren und war immer bereit,
uns Wünsche zu erfüllen, z.b. ging er mit uns in einheimische
Geschäfte, führte uns zu Folklore-Veranstaltungen, besuchte
einen Künstler oder machte uns mit Einheimischen bekannt.
Zusammenfassend kann man sagen: Wir waren nicht als isolierte Touristen
im Tross im Jemen, sondern haben ihn hautnah erlebt und haben richtig
etwas mitgenommen, von diesem beeindruckenden Land und seinen gastfreundlichen
Menschen. Abdulfatah Al-Sharei und seinem Bruder Achmed, die im Laufe
der Reise von Reiseführern zu Freunden und Begleitern wurden,
haben wir zu verdanken, dass wir uns stets wohl und sicher gefühlt
haben und alles unbeschwert genießen konnten.
Irene Ebermann:
Ich reise schon über 35 Jahre um den Globus. Habe schon viel
erlebt aber Arabia Felix stellt alles in den Schatten. Habe mich noch
in keinem Land so wohl und sicher gefühlt und bin glücklich,
mir meinen Jugendtraum erfüllt zu haben. Noch viele Wochen danach
war ich mit meinen Gedanken mehr im Jemen als in Deutschland. Schukran,
schukran Abdul! Schukran Achmed! - bis nächstes Jahr in Sana'a.
Irene und Hans Ebermann (November 2000, nach ihrer dreiwöchigen
Reise in den Jemen)