Sabine Dieterleja, ich gebe zu, ich hatte angst. sie hatten mich ja gewarnt vor dieser reise...die freunde und bekannten denen zum begriff jemen überhaupt etwas einfiel. es sei gefährlich dort...“die terroristen, die entführungen, die unberechenbarkeit der araber, der fundamentalismus usw.usf....“ und da saß ich nun und heulte vor angst, krallte mich in den autositz und musste mit einer halben flasche „kamelmilch“ (!) ruhiggestellt werden. die sedierende wirkung setzte erst etwa15 serpentinen später ein, aber dann konnte ich allmählich wieder nach draußen sehen: berge, kurvige straßen, hupende autos, abgrund links, mal ein esel auf der fahrbahn, mal zwei sich überholende autos auf der gegenspur, abgründe rechts, ein entgegenkommender öltank-lastzug der sich in die kurve legt .... die vorstellung, durch dieses gewichtige monster von der straße gedrängt und in den schluchten jemenitscher bergzüge versenkt zu werden nahm inzwischen comicfilmhafte züge an. „kamelmilchbedingte“ leichtigkeit des seins wurde zu orientalischem fatalismus (inscha`allah) und alle panik hatte sich verflüchtigt. gut, ich gebe zu, ich hatte höhenangst und sonst keine. weder vor terroristen noch entführern, auch nicht vor `dem araber an sich´ oder fanatischen islamisten. im gegenteil, ich fühlte mich ausgesprochen sicher bei dieser reise mit abdul dem reiseleiter, seinen beiden fahrern, den freundlichen offenen menschen, denen wir in diesem spannenden land begegnet sind. über die schönheit der städte und landschaften gibt es an anderen stellen genug nachzulesen, am schönsten ist es aber sicher, sich selbst ein bild davon zu machen, es lohnt sich. Sabine Dieterle
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